Fragwürdige Übersetzungen von Begriffen der Bibel

Im Christentum haben sich durch dogmenstützende Bibelübersetzungen, insbesondere der von Luther, Begriffe etabliert, die bei näherer Betrachtung wenig mit denen des Grundtextes zu tun haben. Sie vernebeln die eigentlichen Bedeutungsinhalte und verdrehen im ungünstigsten Fall zentrale Aussagen. Bei folgenden Begriffen soll dies gezeigt werden: Engel, Titel Gottes, Heiden, Ewigkeit und Hölle.

aggelos = Engel?

Das eingedeutschte Lehnwort für aggelos ist "Engel", die traditionelle Übersetzung. Unter Engel im theologischen Sprachgebrauch verstehen wir heute überhimmlische Wesen, die in der Kunst phantasievoll dargestellt werden (niedlich pausbäckig, graziös mit Flügeln usw.). Durch die Analyse der Wortverwendung in der Bibel fällt auf, das auch normale Menschen die Bezeichnung tragen (Matth. 11:10 Johannes der Täufer; Luk. 9:52 die Jünger Jesu; Ja 2:25 Kundschafter). Das griechische Wort bedeutet ja auch ursprünglich nichts anderes als Bote. Das Verb "aggelo" bedeutet verkünden, Botschaft bringen. Aggelos ist also nichts weiter als eine Dienstbezeichung. Somit wurde für "aggelos" durchgängig "Bote" verwendet. Den Begriff Engel in der Bibel nicht wiederzufinden, ist sicherlich ungewohnt, aber dient der besseren Verständlichkeit (und wirkt nebenbei einem Kitschchristentum entgegen).

Gott = El = Eloah = Elohim = Jewe?

Der griechische Titel "theos" (Gott)

"Mein Herr und mein Gott!", sagt der "ungläubige Thomas" zu Jesus in Joh. 20:28, als er Ihn als seinen Herrn anerkennt. Jesus als Herrscher auf dem Thron wird Gott genannt (Heb. 1:8), ebenso wie Herodes (Ap. 12:22), als er als König eine machtvolle Rede hält und Paulus (Ap. 28:6), als durch ihn ein Wunder gewirkt wurde. Jesus wird "einziggezeugter Gott" (Joh. 1:18) genannt. Sein Vater ist der Gott aller (Eph. 4:6, 1. Kor. 8:4). Was bedeutet also "Gott"? Es ist ein Titel, es bezeichnet etwas oder jemand, dem man sich unterordnet. Könige und Kaiser (übrigens auch Titel) werden deswegen göttlich genannt. Ein Holzstück kann ein Gott sein (Jes. 44:15) oder gar der eigene Körper (Phil. 3:19).
"Theos", das griechische Wort für Gott, entstammt dem Verb "theo", platzieren. "Theos" ist also wörtlich ein Platzierer, ein Unterordner (S. Zodhiates, S.909; KNT, S.469). Im NT kommt es daher auf den Kontext an, um zu erkennen, wer damit gemeint ist.

Die hebräischen Titel El, Eloah und Elohim

Im hebräischen AT wird das deutlicher: "El" (Al) ist der absolute Gott. "Ich bin Al und keiner sonst" (Jes. 45:22). Der Wortstamm Al bedeutet "zu hin" und beschreibt die Haupttätigkeit Gottes, nämlich die des Unterordnens, es ist der Titel des Allerhöchsten (1. Mose 14:18-20, 1. Kor. 15:28).
"Eloah" (Alue) ist wörtlich jemand, der auf El ausgerichtet ist. "Alle Rede Eloahs ist geläutert" (Sprüche 30:5): Das ist Jesus Christus, "das Wort" (Joh.1:1), das zu El ausgerichtet ist.
Die Mehrzahl lautet "Elohim" (Alueim): die zu Al hin Unterordnenden. Das können auch Menschen sein, die von El mit besonderen Vollmachten ausgestatten wurden, aber sich El unterordnen. Menschen aus Israel werden Elohim genannt, weil ihnen Vollmacht über andere gegeben wurde (Ps. 82:8; Joh. 10:34), z.B. Richter (2. Mose 21:6) oder Mose (2. Mose 4:16). Mose wurde dem Pharao zum Gott gesetzt (2.Mose 7:1). Elohim wird allerdings meist benutzt, um auszudrücken, dass der Geist der Gottheit (El) in und durch Seinen Sohn (Eloah bzw. Alue) wirkt. Elohim ist deshalb der Schöpfer (1. Mose 1), denn durch Jesus Christus wurde das All erschaffen (Joh. 1:3).

Jewe, Jesus, Christus

Wörtlich übersetzt bedeutet Jewe (JHWH, IEUE: hebr. Tetragramm unpunktiert, statt Jahwe oder Jehova) "wird da sein, ist da, war da"; die drei Zeitformen von "sein" (2. Mose 3:14, Off. 1:4,8). Dieser Name ist also zeitbezogen und drückt das Dasein, Wirken und Verursachen Els in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aus. Durch wen schuf El die Welt, redet El zu Menschen, wirkt El? Durch Seinen Sohn (1. Kor. 8:6, 1. Tim. 2:5), denn der Vater selbst ist Geist (Joh. 4:24), niemand hat ihn jemals gehört oder gesehen (Joh 5:37)! Auch die Kombination "Jewe Elohim" bezeichnet fast ausschließlich den Sohn, der im NT Jesus genannt werden sollte (Matth. 1:25). In der griechischen Übersetzung des AT (Septuaginta LXX) wurde Jewe meist mit "kyrios" (Herr) übersetzt. Auch im NT sonst wird Jesus oft mit Herr angesprochen: unser Herr Jesus Christus (wie in Phil. 1:2), denn Jesus Christus wurde von Seinem Vater zum Herrn über alle eingesetzt (Ap. 10:36). Als "Herr" (Jahwe) ist Christus das "Bild des unsichtbaren Gottes" (2.Kor. 4:4-5). Im AT wurde dafür der Titel Adonai verwendet, d.h. "mein Herr". Als ein Titel Christi bezieht er sich auf die Dienstverpflichtung seinem Vater gegenüber.
Jesus ist die griechische Form des hebräischen Jehoshua, der Verbindung aus "Jewe" und "Hoshea" (Rettung, Heil). Jesus bedeutet also heb. "Jewe-Retter" und war der Name des Sohnes vor allem im Zustand Seiner Erniedrigung auf der Erde bis zur Kreuzigung und Auferstehung, durch die alle Menschen erettet wurden (1.Tim. 4:10; Joh. 3:17 u.a.). Der Name Jesus war ein Versprechen, das eingelöst wurde.
Christus (Christos) dagegen entspricht dem hebräischen Messias (Gesalbter), ein Titel angewandt auf Priester, Könige und Propheten nach ihrer Amtsweihung mit Öl. Besonders gebraucht von Christus, der über Seine Gefährten erhaben ist (Heb. 1:9). Der Titel Christus weist auf die Würden und Ämter und auf Seine Erhöhung nach der Auferstehung hin.

So beinhaltet auch die Reihenfolge der Kombination "Jesus Christus" oder "Christus Jesus" eine Aussage, die auch in Übersetzungen erhalten bleiben sollte. Fehldeutungen gar (z.B. "Trinität") entstehen, wenn die Titel Gottes und Seines Sohnes synonym verwendet werden. Gefördert wird dies durch diskordante Übersetzungen, die unterschiedliche Titel schlicht mit "Gott" übersetzen und somit die Unterschiede nicht mehr erkennen lassen.

ethnos = Heiden?

Luther hat das griechische "ethnos" unterschiedlich übersetzt: 1mal Geschlecht, 1mal Grieche, 116mal Heiden, 2mal heidnisch, 2mal Leute, 1mal Mensch, 33mal Volk, 3mal weltlich. Insbesondere die Übersetzung mit "Heiden" führt in die Irre, denn mit ethnos werden keineswegs Ungläubige gemeint. An einigen Stellen wird besonders deutlich, dass durchaus auch Gläubige mit ethnos angesprochen werden, bzw. der Begriff ganz neutral benutzt wird (dort dann von Luther inkonsequenterweise mit "Völker" übersetzt, siehe Römer 1:13, Offb. 5:9, 7:9 usw.). Die konkordante Methode nun benutzt diese Stellen, an denen der Begriff sozusagen definiert wird, um diese Bedeutung in anderen Versen ebenfalls einzusetzen.
Durch einen derartigen Vergleich aller Vorkommen kann für ethnos dann folgende Definition (Stichwortkonkordanz KNT S.535) gefunden werden: eine Gemeinschaft, durch gemeinsame Regierung und gemeinsames Vaterland geeinigt. In der Einzahl bezeichnet es gewöhnlich die jüdische Nation (Luk 7:5). In der Mehrzahl stehen die Nationen im Gegensatz zu Israel. Für ethnos wurde daher der Begriff Nationen verwendet (auch zum großen Teil in der Elberfelder Übersetzung).
Volk steht dagegen mehr für Blutsverwandtschaft, Zunge vereinigt durch eine gemeinsame Sprache, Stamm bezeichnet eine engere Gemeinschaft von gleicher Abkunft, weiter als Familie, während Schar eine unorganisierte, beziehungslose, an einen Ort zusammengedrängte Menge bedeutet.
Die Bibel sieht so als Empfänger der Briefe zwei gleichrangige Gruppen von Auserwählten: aus der Nation Israel und aus allen Nationen. Durch die diskordante fallweise Übersetzung von ethnos mit Heiden (also Ungläubige) statt des richtigen Begriffs "Nationen" wird das Erkennen dieses Sachverhalts erschwert.
Der Begriff Heiden ist angeblich entstanden, weil bei der Ausbreitung der römischen Staatskirche Heidebewohner (also "Heiden"), bzw. Landbewohner (lat. paganus) zuletzt erreicht wurden. Mit Heiden sind Nichtchristen oder Ungläubige gemeint. Das griechische "ethnos" sagt dagegen etwas völlig anderes aus. Hier liegt also eine klare Fehlübersetzung vor.

Aion, aionios, olam = Ewigkeit?

Im Neuen Testament wird bei Zitaten aus dem Alten Testament das hebräische "olam" mit "aion" wiedergegeben (Heb. 1:8, 5:6; 1. Petrus 1:25). Es liegt also eine Bedeutungsgleichheit vor. Luther übersetzte "aion" 37mal mit "Welt". 75 mal benutzte er "Ewigkeit"/ "ewig"/"ewiglich", jeweils 1mal "Lauf", "vorzeiten" und "Zeit". "aionion" übersetzte er 67mal mit "ewig" und 3mal mit "Welt". Diese Vielfalt macht deutlich, dass die Begriffsbedeutung nicht in der Bibel selbst gesucht wurde. Offensichtlich waren hier also zumindest bei einem Teil der fallweisen Übersetzungen bzw. Interpretationen außerbiblische Überlegungen und Vorstellungen Ausschlag gebend.

Untersucht man alle Belegstellen, erkennt man Folgendes: Übersetzt Luther aion mit Welt (z.B. Mat. 12:32; Mrk. 10:30; Luk. 18:30; Röm. 16:25; 1.Kor. 10:11, Eph. 1:21; 3:21; Kol. 1:26; 1.Tim. 1:17, 2.Tim. 1:9; Heb. 9:26) ist nicht ein Ort im Universum gemeint, sondern ein bestimmter Zeitabschnitt mit einem Anfang (1. Kor. 2:7) und einem Ende (Abschluss des Äons: Mat. 13:39, 49, 24:3; Hebr. 9:26, 1.Kor. 10:11). Der Begriff "Äon" wird auch als Fachbegriff in der Geologie verwendet, um einen langen geologischen Zeitabschnitt zu bezeichnen (natürlich ist dort nur diese eine Bedeutung bekannt!). Dabei geht man von zwei vergangenen Äonen aus (Archaikum, Proterozoikum) - der gegenwärtige dritte Äon wird Phanerozoikum genannt, weiter untergliedert wird in Ären (Entsprechung in der Bibel: oikonomia). Wichtig zu erkennen ist, dass auch in der Bibel die Bedeutung von "Zeitabschnitt" zwingend ist - die angebliche andere Bedeutung von "Endlosigkeit/Ewigkeit" war an den oben genannten Stellen aus spachlogischen Gründen nicht möglich. Andere Übersetzungen verwendeten daher auch den Begriff "Zeitalter" oder noch besser "Weltzeit". Da aber auch schon kosmos richtigerweise mit Welt übersetzt wird, im Sinn einer Gesellschaftsordung, kann diese Übersetzung für Aion nach der konkordanten Methode nicht mehr verwendet werden, zumal es den Aspekt der Zeitlichkeit nicht ausreichend betont.

Der deutsche Begriff Ewigkeit/ewig, den Luther außerdem benutzte, hat im Laufe der Zeit die ursprüngliche Bedeutung (langer Zeitraum, verwandt mit dem alth. ewa, Ehe; entstammt dem indogermanischen aju=Lebensdauer) verloren, und das Gegenteil "Unendlichkeit" angenommen. Allerdings ergibt sich diese Interpretation von Aion an keiner Belegstelle aus dem Text selbst, im Unterschied zur Übersetzung im Sinn von Zeitalter. Lediglich (offensichtlich unbiblische) vorgefasste Meinungen gaben hier wohl den Ausschlag für die vorgenomme Bedeutungsveränderung hin zu einer "Endlosigkeit". Angebliche Hinweise auf die Bedeutung der Unaufhörlichkeit lassen sich leicht entkräften. In 2.Kor. 4:18 beispielsweise geht es nicht um den Gegensatz von zeitlich und nichtzeitlich, sondern um einen kurzen Zeitabschnitt (proskairon hat nichts mit der Zeit chronos an sich zu tun, sondern bedeutet kurz befristet) im Vergleich zu einem wesentlich längeren (äonischen) Zeitabschnitt, der Dinge, die außerhalb der eigenen Lebenszeit liegen unsichtbar werden läßt.
Außerdem, im unwahrscheinlichen und der Geschichte der Sprache einmaligen Fall, dass ein Nomen zwei entgegengesetzte Bedeutungen haben kann, wie es gerne konstruiert wird, nach welchen Kriterien wird dann die richtige Bedeutung ausgewählt, wenn im Zusammenhang beides möglich wäre? Warum wurde in diesen Fällen immer mit Ewigkeit übersetzt, insbesondere wenn es um die Gerichte Gottes geht? Wie ist es zudem zu erklären, dass "aion" auch in der Mehrzahl vorkommt (Gal 1:5 u.v.a.). Gibt es etwa mehrere Endlosigkeiten?
Wie sieht nun um "aionion", dem Adjektiv von Aion, aus? Wie wählt man dort aus? Nicht nötig, wird dem erstaunten Laien erklärt: "aionion" habe doch nur eine Bedeutung, und zwar "ewig"! Das Substantiv Äon soll also zwei sich widersprechende Bedeutungen haben, das zugehörige Adjektiv aber nur eine. Wie ist dieser Widerspruch zu begründen? Es ist wohl nicht nötig auszuführen, dass diese Aussage sprachlogisch absurd ist. Hilfreich war den "Übersetzern", dass aionion in der Bibel meist mit abstrakten Begriffen wie Leben verknüpft wird, bei der die Falschübersetzung logisch nicht auffällt. Es gibt aber gern verschwiegene Belegstellen (Röm. 16:25, 2. Tim. 1:9), die der Interpretation von äonisch mit endlos klar widerlegt, während Titus 1:2 der Auslegung im Sinn einer Anfangslosigkeit von äonisch widerspricht, da von vor-äonischen Zeiten die Rede ist.

In konkordanten Übersetzungen werden die eingedeutschten Wörter "Äon" bzw. "äonisch" eingeführt, da kein deutsches Wort geeignet scheint, eine Übersetzung zu liefern. Die Definition für Äon in der Stichwortkonkordanz des KNT (S.371) lautet "Weltzeit, der längste Zeitabschnitt, eine Welt vom Gesichtspunkt ihrer Zeitdauer aus gesehen" und äonisch bedeutet demnach folgerichtig: "die Äonen betreffend". Nur wenn Aion einheitlich übersetzt wird, kann der Zeitplan Gottes, bestehend aus verschiedenen Äonen, die verschiedene Inhalte haben, erkannt werden.

Es entbehrt auch jeder Grundlage, wenn behauptet wird, dass es im Griechischen anders nicht möglich sei, eine Unendlichkeit auszudrücken und die Schreiber deshalb gezwungen waren, den vorhandenen Zeitbegriff Äon mit einer völlig neuen, zusätzlichen Bedeutung zu belegen. Richtig ist, dass eine Endlosigkeit sehr wohl deutlich mit vorhandenem Vokabular ausdrückbar gewesen wäre. Man verwendet dazu Verneinungen (nicht nur im Griechischen), wie Unsterblichkeit (a thanasia, 1. Kor. 15:53,54; 1. Tim. 6:16), Unauflöslichkeit (a kata luton, Heb. 7:16), Niemals mehr (ou me eti, Offb. 18:21-23), Unvergänglichkeit (a phtharsia, 1. Kor. 15:42, 50, 53, 54; Eph. 6:24, 2. Tim. 1:10) bzw. unvergänglich (a phetheron Gott: Röm. 1:23, 1. Tim. 1:17). Wie kann nun ein Übersetzer z.B. davon ausgehen, dass es ja äonisches Leben nicht heißen kann, und statt dessen mit unvergänglichem Leben (ewigem Leben) übersetzen?

Verfloskelte Unsinnigkeiten wie das Wortungetüm von Ewigkeit zu Ewigkeit können in einer wortgetreuen Übersetzung also nicht mehr gefunden werden. Was sollte das denn auch sein? Dauert da etwas was von einer Unendlichkeit zur nächsten an? Gibt es etwa mehrere Endlosigkeiten? Nein, die Erklärung ist einfach. Meist steht dort tatsächlich "für die Äonen der Äonen" (z.B. Offb. 20:10 "tous aionas ton aionion"), was so viel bedeutet wie "während einiger Äonen, die besonders wichtig sind"; vergleichbar mit unserem Sprachgebrauch, wenn man den "Tag der Tage" herausheben möchte.
In Markus 3:29 spricht Jesus auch beispielsweise nicht davon, dass es "keine Vergebung in Ewigkeit" gäbe, sondern "keine Vergebung in dem Zeitalter (Äon!)". Nach Offb. 11:15 dauert die Herrschaft des Sohnes "für die Äonen der Äonen" (also für die letzten beiden Äonen - Millennium und die Neue Erde - statt von "Ewigkeit zu Ewigkeit"), denn danach wird Er sie ja Seinem Gott und Vater übergeben (1. Kor. 15:24-28), sie hat also ein Ende. Die "ewige Pein" in Mat 25:46 ist richtig übersetzt eine "äonische Strafe", da der nächste Äon (das 1000-jährige Königreich) nicht als Mitglied des herrschenden Volks Israel erlebt wird, sondern man statt dessen tot ist und danach zur Zurechtbringung das Gericht durchlitten werden muss (siehe auch 2. Petrus 2:9).

Wenn nun aber die Vorstellung von Ewigkeit nicht in der Bibel wiederzufinden ist, wo kam sie dann her? Der Begriffsinhalt von "unaufhörlicher Zeit", die dem hebräischen Zeitdenken sowieso völlig fremd war, wurde in der Deutung als "Überzeit" erst von Platon entwickelt und von Plutarch und der jüngeren Stoa übernommen. Die Unendlichkeit/Ewigkeit ist in der Philosophie die Bezeichnung für das Grenzenlose, in dem alle Phänomene angesiedelt sind, deren Ende nicht gedacht werden kann. Die Ewigkeit gilt Platon als die wahrhafte Form des Seins, d. h. als Seinsweise der Ideen, die frei von allem Werden sind. Für die antiken Denker war zumeist die Welt unendlich – eine Auffassung, die mit der Bibel, die von einem zielgerichtet in Zeitabschnitten handelnden Gott berichtet, nichts gemein hat. Mit der Falschübersetzung Ewigkeit/ewig wurden also unbiblische Philosophien in die Bibel getragen, gestützt durch politische Einflussnahmen und Machtdenken des Klerus (mehr...).

Siehe auch:

Heinrich Langenberg: Äon oder/und Ewigkeit?

Wolfgang Gaßler: Analyse des Begriffs "Ewigkeit" in der Bibel

Aion Link Page (engl.)





Geenna, Hades/Sheol = Hölle?

Mit "Hölle" wurden und werden bis heute das griechische Hades und Geenna übersetzt (u.a. bei Luther). Luther übersetzte Hades 5mal mit "Hölle“ (z.B. in Mat. 16:18), außerdem 2mal mit Toten, 2mal mit Totenwelt, 1mal mit "sein Reich". Geenna übersetzte Luther 8mal mit "Hölle“ (u.a. Mat. 5:22,29,30; 18:9; Mk 9:43, 45, usw.); und 4mal mit "höllisch". Diese willkürliche Art der Übersetzung ist 1540, als Luther sich an die verdienstvolle Pionierarbeit der Übersetzung machte, noch zu entschuldigen. Heute, nach vielfacher Überarbeitung, ist das nicht mehr nachvollziehbar.

Der Hades des NT ist die Übersetzung von Sheol aus dem AT (Ap. 2:27, Ps. 16:10). In den Hades/Sheol kommen die Seelen aller Menschen nach dem Tod (Ps. 30:3; 49:15; 86:13; 89:48; Spr. 23:14; Joh. 5:28-29; Ap. 2:31). Die Seele ist entstanden durch die Verbindung von Geist und Körper (1. Mose 2:7) und ist folglich nicht mehr existent, wenn Geist und Körper nach dem Tod getrennt werden. Das wird auch durch die wörtlichen Übersetzungen von Hades und Sheol ausgedrückt: Hades bedeutet "Unwahrnehmbares" und Sheol "Fragliches". Es ist also fraglich, wo die Seele nach dem Tod ist, sie ist nicht mehr da, also nicht mehr wahrnehmbar, wenn das Blut nicht mehr im Körper zirkuliert (vergleichbar mit elektrischem Licht, nachdem der Stromfluss unterbrochen wurde). Der Todeszustand im Hades wird auch mit dem Schlaf verglichen (1. Thess. 4:14; 1. Kor. 11:30). Dieser Zustand wird für jeden ein Ende haben: "Jehova tötet und macht lebendig; er führt in den Scheol hinab und führt herauf" (1. Samuel 2:6). Im AT ist von Qualen im Sheol nie die Rede, im Hades des NT ebenfalls nicht, abgesehen von der Verwendung des Begriffs Hades in einem Gleichnis. Wird aber diese Rede Jesu vom reichen Mann und armen Lazarus (Luk. 16:19ff) angemessen, d.h. als Gleichnis, interpretiert, löst sich jeder Widerspruch auf (hier ausführlich erklärt).

Geenna (Gehenna) ist dagegen lediglich eine Ortsbezeichnung für ein Tal südlich von Jerusalem (heutiger Name: "Wadi er-Rababi"). Gehenna ist die griechische Form des hebräischen Gehinnom und bedeutet "Tal Hinnom (Ge-Hinnom)". Auf historischen Karten von Jerusalem ist es eingezeichnet:



Hier ist auch ein Photo von dem, was einige Übersetzer in Mat. 5:22, 29, 39; 18:9; 10:28; 23:15; Mrk. 9:43, 45, 47; Jak. 3:6 frei mit "Hölle" übersetzt haben (Jerusalemer Bibellexikon, S. 344):




Wie kam es dazu? Dieser Ort hat zweifelsohne eine grauenvolle Vergangenheit. Zu alttestamentlicher Zeit wurden hier bei kultischen Handlungen dem Ammoniter-Gott Moloch Kinder geopfert (2.Könige 23:10). Dies geschah auf dem sog. "Thophet" (wörtl. "Feuerstätte"), einer Höhe, die eigens zu diesem Zweck dort errichtet wurde. Diese Praxis wurde von den Israeliten unter der Regentschaft Solomons im 10. Jh v.Chr. und des Königs Menasseh im 7. Jh. v.Chr. weitergeführt bis in die Zeit des babylonischen Exils (6.Jh. v.Chr.). Der Prophet Jeremia, der diesen unsäglichen Brauch scharf verurteilte, nannte dieses Tal "Schlucht der Umbringung" (Jer. 7:31-32; 19:5-9), weil nach dem Gericht Gottes über Jerusalem kein anderer Platz mehr sein wird, die Toten zu begraben (Jer. 19:6-11). So kündigte Jesaja an: "...und sehen die Leichen der Menschen, die da übertraten gegen Mich [Jahwe] ... und sie werden zum abstoßenden Anblick allem Fleisch" (Jes. 66:24). Es war also ein Ort, vorgesehen, um auch Leichen der Übertreter von Gottes Geboten zu verbrennen. In biblischer Zeit diente es als das wichtigste Begräbnisfeld Jerusalems, wie aus archäologischen Ausgrabungen hervorgeht (Jerusalemer Bibellexikon, S. 344). Außerdem wurden ständig Tierkadaver und Unrat verbrannt. Wo Feuer das Fleisch nicht vollständig vernichtete, dürften Würmer oder Maden dies übernommen haben. Was daher die Bibel über diesen Ort sagt, entspricht im Allgemeinen der traditionellen Auffassung, die in rabbinischen und anderen Schriften vertreten wird. Demnach diente das Hinnomtal als Müllgrube der Stadt Jerusalem. In J. B. Phillips’ "New Testament in Modern English" wird das Wort Gehenna in Matthäus 5:30 mit „Schutthaufen“ wiedergegeben. Der Jude David Kimchi (ca. 1160 bis 1235) kommentiert Psalm 27:13 so: „In der Umgebung von Jerusalem existiert ein widerlicher Ort, in den man unreine Dinge und Leichname hinabwarf. Ebenso war dort ein ständiges Feuer, um die unreinen Dinge und die Knochen der Leichname zu verbrennen.“
Im Neuen Testament wird von Jesus 11mal auf diesen unheimlichen Ort Bezug genommen. Er benutzt die in den Köpfen seiner Zuhörer vorhandenen Bilder von Feuer und Vernichtung, also das Bild des schändlichen Todes, um das Leben im Königreich als Alternative als noch erstrebenswerter darzustellen, das jedes denkbare Opfer lohnt (z.B. Mrk. 9:43-48). Das schon Mose verheißene Königreich (2.Mose 19:6) ist das Millennium bzw. 1000-jährige Reich auf der Erde, in dem der gläubige Teil des Volkes Israel, sicher ein Teil von Jesu Zuhörern, herrschen wird. An diesem Königreich teilzunehmen, war Generationen von Juden ein großes Ziel - es nicht erleben zu können, wäre eine große Strafe. Festzuhalten ist an dieser Stelle, dass Jesus ausschließlich zu Israeliten redet - Nichtjuden haben weder die Erwartung des 1000-jährigen Reichs noch die der alternativen Strafe durch den Tod vorher (Sinnbild Gehenna). Eine Verallgemeinerung zu einer Qualanstalt für alle ungläubigen Menschen auch der heutigen Zeit ist also schon deswegen ausgeschlossen. Es wird aber auch nicht berichtet, dass überhaupt jemals ein von Jesus gerichteter Jude in das Krematorium Gehenna hineingeworfen und verbrannt wurde, genauso wenig, dass sich jemand ein Auge oder eine Hand ausgerissen hat, um dem zu entkommen. In der Bibel kann daher auch nicht stehen, dass in der Gehenna Isaeliten lebendig gequält werden.
Dass dieses Tal dennoch mit einer "Hölle" in Verbindung gebracht wurde, liegt an jüdischen Fabeln und Sagen, die Eingang in den Talmund gefunden haben, der ab 200 n.Chr. entstanden ist. In diesen Legenden ist davon die Rede, dass es in dem Tal Hinnom zwischen zwei Palmen ein Erdloch gebe, aus dem Rauch aufsteige. Dies, so wird fabuliert, soll der Eingang zu einer Hölle sein (F. Rienecker, Lexikon zur Bibel, Stichwort Hinnom-Tal). Wohl wegen dieser außerbiblischen Vorstellung, der Geschichte Gehennas als alptraumhaftes Freiluftkrematorium und weil man das Höllendogma irgendwo unterbringen wollte, wurde der Name eines Tals bei Jerusalem irreführenderweise mit "Hölle" übersetzt. Die Bibel jedoch beschreibt eine Qualhölle nirgends, ganz im Gegenteil ist die Idee einer endlos dauernden Strafanstalt absolut sinnlos und im Kontext der Bibel auch völlig ausgeschlossen. Jesus greift also nicht etwa außerbiblische Legenden auf, sondern verwendet den Ortsnamen Gehenna so, wie es Jeremia im AT getan hat: als einen unheimlichen Friedhof.

Um die Höllenvorstellung dennoch zu rechtfertigen, wird gerne auf die Formulierung "Heulen und Zähneklappern" (besser: Jammern und Zähneknirschen) verwiesen, die 7mal im NT auftaucht (wie in Matth. 8:12). Hier ist aber nicht von der Gehenna die Rede, sondern teils von Finsternis, die auf einem Feuerfriedhof nicht herrschen kann. Zudem wäre es eine verantwortungslose Verharmlosung von Zähneknirschen zu sprechen, würde Jesus hier von den Qualen in der "Hölle" reden, die vielen noch im Kopf herumspukt. Richtig ist, dass Jesus mit verschiedenen Bildern vor der Alternative zum Leben im Königreich gewarnt hat. Diese Redeweise steht also für den Kummer und die Verzweiflung derer, die vom 1000-jährigen Königreich (im Bild: ein hell erleuchtetes Festbanquett) ausgeschlossen werden (im Bild: Dunkelheit außerhalb), ausgeführt in einigen Gleichnissen (Matth. 22:13; 25:30). Zähneknirschen und Jammern symbolisieren dabei Selbstvorwürfe. Hier eine "Hölle" hineindeuteln zu wollen, hat mit seriöser Exegese nichts zu tun.

Der "Feuersee" oder "Zweite Tod" nach dem letzten Gericht in der Offenbarung (Kapitel 20:14) wird zwar nicht auch noch mit "Hölle" übersetzt, aber doch oft damit inhaltlich gleichgesetzt, obwohl wieder ein völlig anderer Zusammenhang vorliegt. Es geht hier nicht mehr um das zu diesem Zeitpunkt bereits vergangene 1000-jährige Reich, sondern um das Leben auf der Neuen Erde.
Ein Feuersee wird noch an anderer Stelle erwähnt: Dort werden drei Wesen, das "wilde Tier, Satan und der falsche Prophet" für die Äonen der Äonen gequält (d.h. zeitlich begrenzt, Offb. 20:10; oft aber übersetzt mit "Ewigkeit"). Nie ist jedoch davon die Rede, dass Menschen dort gequält werden.
Die Bibel berichtet also davon, dass nach dem Millennium (1000-jähriges Reich, Offb. 20:6) alle, die nicht im Buch des Lebens stehen, für das Gericht auferstehen werden. Jeder wird dann entsprechend seiner Werke, also individuell, zurecht gebracht (Offb. 20:12). Danach wartet der "Feuersee" auf sie (Offb. 20:15).
Dieser ist aber nach Meinung vieler grundtextnaher Ausleger nicht buchstäblich zu sehen, sondern als Bild (also Erklärung) für den zweiten Tod, denn es heißt in V.14: "Dies ist der zweite Tod: der See des Feuers". Außerdem werden auch der Hades und der erste Tod in diesen Feuersee geworfen (Offb. 20:14) - also kann das Feuer nicht buchstäblich sein. Plausibel ist, dass es ein Symbol für die reinigende Präsenz Gottes ist; so spricht u.a. Heb. 12:29 davon, dass Gott selbst "verzehrendes Feuer" ist, mit dem z.B. schlechte Werke verbrannt werden (vgl. 1. Kor. 3:15).
Klarer ist, dass der zweite Tod ein Ende haben wird. Er wird während des letzten Zeitabschnittes, der Neuen Himmel und der Neuen Erde, andauern (Offb. 21:8). Ist dieser letzte Äon aber abgeschlossen, hat sich auch die äonische Strafe nach Matth. 25:41 erfüllt, die leider oft mit der Fehlübersetzung "ewig" ins Unendliche verlängert wurde. Der Apostel Paulus durfte weiter sehen als Johannes, der die Offenbarung verfasst hat: In 1. Kor. 15:26 schreibt Paulus, dass nach dem Abschluss aller Äonen auch der Tod, als letzter aller Feinde Gottes, aufgehoben wird. Da der erste von zwei Toden nicht der letzte ist, spricht Paulus also hier von dem zweiten Tod. So wird sich erfüllen, was Gott verheißen hat: "Demnach nun, wie es durch die eine Kränkung [Adams] für alle Menschen zur Verurteilung [zum Tod] kam, so kommt es auch durch den einen Rechtsspruch [durch Jesu Tod] für alle Menschen zur Rechtfertigung des Lebens" (Rö. 5:18; 1. Kor. 15:22, Gal. 2:16).

Manchmal wird auch unter Tartarus eine Hölle verstanden. Der Begriff taucht nur einmal im NT auf (2. Petrus 2:4), und zwar als ein nicht weiter beschriebener Ort in dem Boten (Engel) bis zum Gericht aufbewahrt werden. Alles weitere ist Spekulation.

Interessant ist, wie der Begriff "Hölle" und damit die Vorstellung davon überhaupt Einzug in die Bibel finden konnte. "Hölle" entstammt dem Begriff "Hel" (vgl. das engl. Hell), das etymologisch eigentlich verwandt ist mit bergen, verhüllen, Höhle, Hülse, Helm. Mit dieser Ursprungsbedeutung wäre es sogar eine angemessene Übersetzung von Hades (=Ungewahrtes, also Nicht-Wahrnehmbares), wenn der Begriff "Hölle" nicht im Laufe der Zeit mit Horrorvorstellungen gefüllt worden wäre:
"Hel" ist auch der Name der skandinavischen Todesgöttin und ihres Reiches und wurde dann entgegen dem biblischen Hades zu einem Phantasieort, in dem Menschen nach dem Tod bei Bewußtsein sind und meist ohne Ziel brutal bestraft werden. Während die "Hölle" in den skandinavischen Mythen noch ein kalter, eintöniger und frostiger Platz war, ist im Mithraskult des Römischen Reichs ist schon von Feuer in ihrer Hölle die Rede, mit dem die Sünder gequält werden. Die Drohung mit der Vorstellung einer Strafanstalt für ignorante Nichtmitglieder oder Unfolgsame der jeweiligen Religion lassen sich zurückverfolgen bis zu Vorstellungen der Vorzeit (1800 v.Chr.) lange vor der Entstehung der Christentums, wie dem Zoroastrismus, der ein Endgericht mit dem möglichen Ausgang einer "Hölle" vorsieht ("The History of Hell", A. Turner, S.17). Die Führer fast aller Weltreligionen übernahmen dieses Konzept und schufen unterschiedlichste Varianten:
So gibt es im Hinduismus (ab 1500 v.Chr.) gleich mehrere Höllen, die einen Teil des unendlichen Zyklus der Seelenwanderung darstellen. Als Folge ihrer Handlungen werden die Sünder in der Hölle wieder geboren, wo sie so lange von Dämonen gepeinigt werden, bis ihre Sünden gesühnt sind und sie auf einer höheren Ebene wieder geboren werden.
Der Buddhismus übernahm in modifizierter Form die hinduistischen Vorstellungen von Wiedergeburt und Hölle. Nach der orthodoxen buddhistischen Kosmologie gehören zu den sechs „Bestimmungen” der sterblichen Existenz drei Bereiche, in denen diejenigen, die ein schlechtes Karma haben, wieder geboren werden: die „Bestimmung” der Hölle, die „Bestimmung” der hungrigen Geister und die „Bestimmung” der Krieg führenden Dämonen. Wie im Hinduismus, so dienen auch hier die Qualen, die die Sünder in den jeweiligen „Bestimmungen” erleiden, dazu, das Karma der Seelen zu reinigen und die Seele zu befreien, so dass sie auf höherer Ebene wieder geboren werden kann.
Im Islam wird die Hölle als Feuergrube gedacht, über die eine schmale Brücke in den Himmel führt. Alle Seelen der Toten müssen über diese Brücke gehen, und die Verdammten fallen in den Flammenabgrund hinunter, wenn sie nicht durch die Gnade Allahs erlöst werden.
Ins Judentum kam der Mythos Hölle durch außerbiblische Quellen, wie z.B. dem Buch Henoch.

Die unsäglich grausame Höllenlehre hat sich auch in der Folge als praktisches Mittel der Disziplinierung und Manipulation erwiesen, so die Reformation überlebt und findet sich gerade in den Glaubensbekenntnissen von "Frei"-kirchen. Viele haben sich so daran gewöhnt, dass man dieses Dogma, wie etwa die Spekulation der Trinität, als unerschütterliche Lehre der Bibel hält, die nicht in Frage gestellt werden darf. Liegt es vielleicht auch daran, dass man so auf andere herabsehen kann, die angeblich "freiwillig" eine falsche Entscheidung getroffen haben? Vertreter der biblischen Allaussöhnung werden als Ketzer oder Irrlehrer beschimpft und oft sogar von diesen "christlichen" Gruppen vertrieben.

Im Gegensatz zu all diesen Religionen kennt die Bibel den Horror einer endlosen Höllenqual natürlich nicht und unterstreicht damit ihre einzigartige Sonderstellung. Das, was unter einer endlosen Strafanstalt namens "Hölle" verstanden wird, ist der Bibel völlig fremd. Jeder, der dieses Wort benutzt, muss wissen, dass er von nichtbiblischen Mythen und Legenden redet.
Wird dieses bedrohliche, falsche Gottesbild dennoch verinnerlicht, kann dies auch die menschliche Psyche verformen oder eine Abwehrhaltung verursachen. Die Grundannahme, ob Gott eher mit Hoffnung und Liebe oder eher mit Strafe verbunden wird, schafft erhebliche Unterschiede. Psychiater stellen fest, dass die Betonung der Strafandrohung für sich oder für ungläubige Mitmenschen die Entstehung von Angst- und Zwangserkrankungen und Depressionen fördern kann.
Durch die gewaltsame Verpflanzung dieses Unwortes in frei auslegende Bibelübersetzungen ist dem Christentum also ein immenser Schaden entstanden, denn Gott wurde unglaubwürdig: Statt den Gott der Gnade und Liebe herauszustellen, wurde die Krampftheologie der ewigen Verdammnis entwickelt, mit einem kalten, unbarmherzigen Gott, der seine eigenen Geschöpfe unendlich lange quält.



Siehe auch:

Martin C.R. Krüger: Ist die Übersetzungpraxis beim Thema Hölle bewußt verfäschend? aus seinem Buch Prüft alles, das Gute haltet fest.

Weitere Links zur Höllenirrlehre siehe hier.

zurück zur Startseite